Wie findest du diesen Fakt?
Schildkröten haben Lungen. Sie müssen also irgendwann an die Oberfläche, um Luft zu holen. Eine Art in Australien hat dafür eine Lösung gefunden, über die man erst mal grinsen muss.
Ein Hinterteil mit Kiemen-Funktion
Die Fitzroy-Schildkröte, wissenschaftlich Rheodytes leukops, lebt im Fitzroy-Flusssystem im australischen Bundesstaat Queensland. In Australien hat sie einen Spitznamen, der kaum Fragen offenlässt: „bum-breathing turtle“, also ungefähr Hinternatmer-Schildkröte.
Der Grund ist ihre Kloake. Das ist die einzige Körperöffnung unter dem Schwanz, die gleichzeitig für Ausscheidungen und Fortpflanzung zuständig ist. Laut der Naturschutzorganisation Greening Australia sitzen darin kiemenartige Strukturen. Die Schildkröte pumpt Wasser hinein und wieder heraus und nimmt dabei Sauerstoff auf. Auf diese Weise kann sie laut Greening Australia bis zu 21 Tage am Stück unter Wasser bleiben.
Kein Einzelfall, aber die Meisterin
Ganz allein ist sie mit dem Trick nicht. Laut Live Science beherrschen nur etwa ein Dutzend Schildkrötenarten diese sogenannte Kloakenatmung richtig gut, ungefähr die Hälfte davon in Australien. Der Wildtierphysiologe Craig Franklin von der University of Queensland erklärte dort, dass die Fitzroy-Schildkröte ihren gesamten Energiebedarf so decken kann. Theoretisch könnte sie damit unbegrenzt unter Wasser bleiben.
Laut Live Science sind junge Flussschildkröten in der Regel sogar besser darin als erwachsene. Das hilft ihnen, sich von der gefährlichen Wasseroberfläche fernzuhalten, wo Fressfeinde lauern.
Bonusfakt: Laut Greening Australia sind frisch geschlüpfte Fitzroy-Schildkröten kaum größer als eine 20-Cent-Münze.
Ein Superkraft-Tier mit Problemen
So genial die Atmung ist, an Land hat die Art ein Problem. Laut Greening Australia gilt sie als gefährdet, weil eingeschleppte Füchse, Katzen und Schweine ohne Schutz fast alle Eier fressen oder zerstören. Ein Nest enthält 16 bis 20 Eier. In der Saison 2016 schützten Forschende 196 Nester, und mehr als 3.000 Jungtiere schafften es sicher ins Wasser.
Manche Tiere sind stolz auf ihr Gebiss oder ihre Krallen. Diese Schildkröte hat ihre Stärke einfach hinten.