Wie findest du diesen Fakt?
Das Schnabeltier sieht aus, als hätte jemand aus Resten mehrerer Tiere ein neues gebaut. Es hat einen Schnabel wie eine Ente, legt als Säugetier Eier, und die Männchen haben einen Giftsporn. 2020 kam noch etwas dazu: Es leuchtet.
Ein Zufallsfund im Museum
Die Geschichte beginnt mit Flughörnchen. Ein Team um Paula Anich vom Northland College in den USA hatte 2019 gezeigt, dass deren Bauchfell unter UV-Licht pink schimmert. Als die Forschenden im Field Museum in Chicago Flughörnchen-Felle untersuchten, hielten sie aus reiner Neugier die UV-Lampe auch auf ein Schnabeltier. Laut National Geographic war das Ergebnis eindeutig: Das Fell leuchtete blaugrün.
Das Team prüfte daraufhin drei Museumsexemplare, zwei aus Chicago und eines aus dem Naturkundemuseum der University of Nebraska. Alle drei leuchteten. Die Studie erschien 2020 in der Fachzeitschrift Mammalia.
Was hier eigentlich passiert
Das Phänomen heißt Biofluoreszenz. Das Fell schluckt Licht einer Farbe und gibt Licht einer anderen Farbe wieder ab. Laut Smithsonian Magazine nahm das Schnabeltierfell UV-Licht mit Wellenlängen zwischen 200 und 400 Nanometern auf und strahlte Licht zwischen 500 und 600 Nanometern ab. Das liegt im sichtbaren Bereich, deshalb sehen wir das Leuchten.
Wozu das gut ist, weiß noch niemand. Weil Männchen und Weibchen gleich stark leuchteten, halten die Forschenden eine Rolle bei der Partnerwahl für unwahrscheinlich. Vielleicht hilft es den nachtaktiven Tieren, einander zu sehen, oder es tarnt sie vor Fressfeinden. Das Team selbst schreibt, dass man das nur mit Beobachtungen in freier Wildbahn klären kann.
Bonusfakt: Vor dieser Entdeckung waren laut Smithsonian Magazine nur amerikanische Opossums als fluoreszierende Säugetiere bekannt, dazu kamen dann die Flughörnchen.
Was wir alles übersehen
Die spannendste Frage ist eigentlich eine andere. Menschen sind tagsüber wach, viele Tiere dagegen nachts und in der Dämmerung. Die Studie legt nahe, dass uns ganze Kommunikationswege der Tierwelt entgehen könnten, einfach weil wir nicht im richtigen Licht hinschauen.
Das seltsamste Säugetier der Welt hatte also die ganze Zeit noch ein Ass im Fell.