Wie findest du diesen Fakt?
Im Death-Valley-Nationalpark gibt es einen ausgetrockneten Seeboden, auf dem Steine lange Spuren hinter sich herziehen, als hätte sie jemand durch den Schlamm geschleift. Geschoben hat sie niemand. Und jahrzehntelang hatte auch niemand gesehen, wie sich einer bewegt.
Ein Rätsel seit den 1940ern
Der Ort heißt Racetrack Playa. Manche der Steine wiegen bis zu 320 Kilogramm, und ihre Spuren können Hunderte Meter lang sein. Erklärungsversuche gibt es seit den 1940er-Jahren; laut der Studie stammt der erste Bericht von 1948. Die Ideen reichten von Staubteufeln und starkem Wind bis zu Wasser und Eis.
Im Winter 2011 stellte ein Team um Richard Norris von der Scripps Institution of Oceanography eine Wetterstation auf und verteilte 15 Steine mit bewegungsgesteuerten GPS-Geräten auf der Playa. Laut dem National Park Service rechnete das Team damit, fünf bis zehn Jahre auf eine Bewegung warten zu müssen. Es dauerte zwei.
Geschoben von Eis, dünn wie eine Fensterscheibe
Im Winter 2013/2014 bildete sich auf der Playa ein flacher Teich, höchstens 7 Zentimeter tief. Darauf bildete sich eine Eisschicht, nur wenige Millimeter dick. Wenn dieses Eis tagsüber aufbrach, schob leichter Wind riesige treibende Eisplatten über das Wasser, und diese Platten schoben die Steine über den weichen Schlamm.
Die Steine flogen nicht davon. Sie krochen mit ein paar Metern pro Minute, manche nur ein paar Sekunden lang, andere bis zu 16 Minuten. Bei einem Ereignis bewegten sich mindestens 60 Steine gleichzeitig. Ein GPS-Stein legte bei mindestens zwei getrennten Ereignissen insgesamt 224 Meter zurück. Kein Sturm, keine Magie, nur Eis, dünn wie eine Fensterscheibe, und eine Brise.
Bonusfakt: Bewegung ist so selten, dass die Steine laut Mitautor Ralph Lorenz vielleicht nur etwa ein Millionstel der Zeit unterwegs sind.
Die Steine selbst sehen völlig gewöhnlich aus. Ihr Geheimnis ist ein flacher Teich, eine dünne Eisschicht und eine leichte Brise, die mitten in der Wüste zusammenkommen.