Wie findest du diesen Fakt?
Pflanzen haben keinen Mund, keine Lunge und keine Stimmbänder. Trotzdem machen sie Geräusche, wenn es ihnen schlecht geht. Ein Team der Universität Tel Aviv hat das aufgenommen, und es klingt ein bisschen wie platzendes Popcorn.
Ein stiller Keller und sehr gute Mikrofone
Die Forschenden stellten Ultraschallmikrofone etwa 10 Zentimeter neben Tomaten- und Tabakpflanzen, zuerst in einer Akustikbox in einem ruhigen, abgeschotteten Keller. Manche Pflanzen bekamen fünf Tage lang kein Wasser, bei manchen wurde der Stängel durchgeschnitten, andere blieben in Ruhe.
Der Unterschied war deutlich. Pflanzen ohne Stress gaben im Schnitt weniger als ein Geräusch pro Stunde von sich. Eine einzelne gestresste Pflanze machte laut Sci.News etwa 30 bis 50 Klicks pro Stunde, bei Frequenzen von 40 bis 80 Kilohertz. Erwachsene Menschen hören bis etwa 16 Kilohertz. Für dich bleibt der Raum also still, obwohl die Klicks ungefähr so laut sind wie menschliche Sprache.
Jede Pflanze klingt anders
Algorithmen für maschinelles Lernen konnten allein anhand der Aufnahmen erkennen, welche Pflanze das Geräusch machte und ob sie ausgetrocknet oder angeschnitten war. Das klappte sogar in einem lauten Gewächshaus. Das Team nahm auch andere Arten auf, darunter Weizen, Mais, Kaktus und Stängelumfassende Taubnessel. Die Studie erschien 2023 im Fachjournal Cell.
Woher das Geräusch kommt, ist noch nicht geklärt. Die Autoren vermuten, dass Luftblasen im Leitgewebe der Pflanze entstehen und platzen, ein Vorgang namens Kavitation.
Bonusfakt: Laut Universität Tel Aviv könnten Fledermäuse, Mäuse und Insekten diese Klicks wahrscheinlich hören, vielleicht sogar andere Pflanzen.
Studienleiterin Lilach Hadany fasste es so zusammen: „Offenbar kann eine idyllische Blumenwiese ein ziemlich lauter Ort sein.“ Deine Zimmerpflanze auf der Fensterbank ist vielleicht weniger still, als sie aussieht.