Wie findest du diesen Fakt?
Wasser, das unter Wasser einen Wasserfall hinunterstürzt? Klingt nach einem Rätsel. Doch genau so ein Wasserfall ist der größte der Welt.
Ein Fall, den niemand sieht
Zwischen Grönland und Island liegt die Dänemarkstraße. Unter ihrer Oberfläche verbirgt sich laut der US-Behörde NOAA der größte Wasserfall der Erde, der sogenannte Dänemarkstraßen-Katarakt.
Dort strömt sehr kaltes Wasser aus dem Nordmeer nach Süden und trifft auf wärmeres Wasser. Kaltes Wasser ist dichter und damit schwerer. Es sinkt deshalb unter das warme Wasser und stürzt an einer Kante am Meeresboden in die Tiefe.
Die Zahlen
Laut NOAA fließen dabei etwa 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das ist weit mehr als bei jedem Wasserfall an Land.
Laut Live Science fällt das Wasser insgesamt rund 3.500 Meter tief. Der eigentliche Fall misst etwa 2.000 Meter und ist damit ungefähr doppelt so hoch wie der Salto Ángel in Venezuela, der höchste Wasserfall an Land.
Bonusfakt: Spektakulär rauschen hört man den Katarakt nicht. Laut Live Science fließt das Wasser nur mit etwa einem halben Meter pro Sekunde, viel langsamer als bei den Niagarafällen.
Sehen kann man diesen Wasserfall natürlich nicht, weder vom Schiff aus noch aus dem Flugzeug. Er spielt sich komplett unter der Oberfläche ab, im kalten und dunklen Wasser des Nordatlantiks.
Wichtig ist er trotzdem. Das abstürzende kalte Wasser ist Teil der großen Meeresströmungen, die Wärme und Nährstoffe rund um den Globus transportieren. Diese Strömungen beeinflussen auch das Wetter und Klima in Europa.
Wer also an einem Wasserfall steht und staunt, sollte wissen: Der wirklich größte fließt leise und unsichtbar zwischen Grönland und Island.