Wie findest du diesen Fakt?
Bleib lange genug in der Badewanne, und deine Fingerkuppen sehen aus wie Rosinen. Die naheliegende Erklärung: Deine Haut saugt sich mit Wasser voll und quillt auf. Nur ist das nicht die ganze Geschichte.
Deine Nerven haben das Kommando
Laut der Newcastle University entstehen die Falten, weil sich Blutgefäße unter der Haut verengen. Diese Verengung steuert das vegetative Nervensystem, also dasselbe System, das zum Beispiel deine Atmung und deinen Herzschlag regelt, ohne dass du darüber nachdenkst.
Der stärkste Hinweis ist schon ziemlich alt. Nature News, veröffentlicht bei BioEd Online, berichtet, dass man seit den 1930ern weiß: Sind die Nerven in einem Finger geschädigt, bleibt die Schrumpelhaut aus. Würde die Haut einfach nur Wasser aufsaugen, wären die Nerven egal. Das Smithsonian Magazine nennt es beim Namen: ein aktiver Vorgang, nicht einfach aufgeweichte Haut.
Eingebautes Reifenprofil?
Warum sollte sich dein Körper die Mühe machen? Das Smithsonian Magazine beschreibt eine Studie von 2011, nach der die Falten gleichbleibenden Mustern folgen, über die Wasser abfließen kann, ein bisschen wie das Profil eines Autoreifens.
2013 hat ein Team der Newcastle University die Idee getestet. Laut Smithsonian Magazine hielten 20 Freiwillige ihre Hände 30 Minuten in warmes Wasser und legten dann nasse Glasmurmeln und Angelgewichte von einem Behälter in einen anderen. Mit schrumpeligen Fingern waren sie bei den nassen Murmeln 12 Prozent schneller. Bei trockenen Murmeln machten die Falten keinen Unterschied. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Biology Letters.
Bonusfakt: Es geht nicht nur um die Finger. Die Pressemitteilung aus Newcastle heißt „why we get wrinkly fingers and toes“, und die Forschenden vermuten, dass schrumpelige Zehen unseren Vorfahren bei Regen besseren Halt gegeben haben könnten.
Deine Rosinenfinger sind also kein Konstruktionsfehler. Dein Körper schaltet einfach von selbst in den Nassgriff-Modus.