Wie findest du diesen Fakt?
Die kleinen Dosen, der typische Geruch, die Klumpen, die irgendwann alle braun-grau werden: Play-Doh kennt fast jeder aus dem Kindergarten. Aber die Knete hatte ein Vorleben. Sie war ein Putzmittel für Tapeten.
Ruß an den Wänden
In den 1930er-Jahren heizten viele Haushalte in den USA mit Kohle. Das Problem: Die Öfen hinterließen schwarzen Ruß an den Tapeten, und die ließen sich nicht einfach abwaschen. Bei der Firma Kutol Products in Cincinnati entwickelte Noah McVicker deshalb laut Wikipedia eine weiche, knetbare Masse. Man rollte sie über die Tapete, und der Dreck blieb daran kleben.
Das funktionierte gut, bis sich die Welt änderte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das Heizen mit Erdgas durch. Weniger Ruß bedeutete: kaum noch Bedarf an Tapetenreiniger. Kutol steckte in Schwierigkeiten.
Eine Erzieherin hat die Idee
Die Rettung kam aus der Familie. Kay Zufall, Erzieherin in einem Kindergarten und Schwägerin von Joe McVicker, las, dass man Tapetenreiniger zum Basteln benutzen kann. Sie probierte es mit den Kindern in ihrer Gruppe aus, und die waren begeistert.
Zufall und ihr Mann Robert schlugen vor, die Masse als Spielzeug zu verkaufen. Sie erfanden auch gleich den Namen „Play-Doh“. Die McVickers hätten das Produkt laut Wikipedia lieber „Rainbow Modeling Compound“ genannt. Gut, dass sie sich nicht durchgesetzt haben.
Vom Putzmittel zum Kultspielzeug
1956 kam Play-Doh als Spielzeug auf den Markt. Laut Smithsonian Magazine wurden seitdem mehr als 3 Milliarden Dosen verkauft. 1998 wurde die Knete in die National Toy Hall of Fame in den USA aufgenommen. Heute gehört die Marke zum Spielzeugkonzern Hasbro, und die Hauptzutaten sind immer noch schlicht: Wasser, Salz und Mehl.
2018 ließ Hasbro sogar den Geruch von Play-Doh als Marke schützen. Beschrieben wird er als süßlich, leicht moschusartig und vanilleähnlich, mit einem Hauch Kirsche.
Ein Produkt, das eigentlich überflüssig geworden war, hat so ganze Generationen beschäftigt. Und die Tapeten bleiben trotzdem nicht sauber.