Wie findest du diesen Fakt?
Heute knallen beim Volleyball Schmetterbälle übers Netz, dass es nur so kracht. Angefangen hat der Sport als ziemliches Gegenteil davon: als sanfte Alternative zu Basketball für Geschäftsmänner, und unter dem Namen „Mintonette“.
Basketball war den Herren zu ruppig
1895 war William G. Morgan 25 Jahre alt und Sportlehrer beim YMCA in Holyoke, Massachusetts. Ganz in der Nähe, in Springfield, war vier Jahre vorher Basketball erfunden worden, und das neue Spiel verbreitete sich rasend schnell.
Morgans Problem: In seine Halle kamen auch Geschäftsmänner mittleren Alters, die sich sonst eher wenig bewegten. Für sie war Basketball zu anstrengend und hatte zu viel Körperkontakt. Also baute Morgan sich ein eigenes Spiel zusammen. Laut Olympics.com kam der Ball vom Basketball, das Netz vom Tennis und das Spielen mit den Händen vom Handball.
Beim Ball wurde erst mal getüftelt. Morgan testete unter anderem die Gummiblase eines Basketballs, die war aber zu leicht und zu langsam. Einen eigens entwickelten Volleyball gab es erst ab 1900.
Neun Innings und beliebig viele Ballkontakte
Die ersten Regeln von „Mintonette“ wirken heute ziemlich schräg. Das Netz hing auf 6 Fuß 6 Zoll, also knapp zwei Metern. Ein Match hatte neun Innings, fast wie beim Baseball, und jedes Team schlug pro Inning dreimal auf.
Wie oft ein Team den Ball berühren durfte, bevor er rübermusste? Völlig egal. Eine feste Teamgröße gab es auch nicht. Die Regel mit höchstens drei Ballkontakten pro Seite kam erst 1920.
Ein Zuschauer findet den besseren Namen
1896 zeigte Morgan sein Spiel mit einem Demo-Team beim YMCA in Springfield. Einem Zuschauer fiel auf, dass die Spieler den Ball die ganze Zeit hin und her „volleyten“. Der Vorschlag: „Volleyball“ wäre doch ein guter Name. Morgan war einverstanden, und „Mintonette“ war Geschichte.
Anfangs schrieb man den Namen getrennt, also „volley ball“. Erst 1952 wurde „volleyball“ offiziell als ein Wort festgelegt.
Über das Netzwerk des YMCA kam das Spiel bald in andere Länder. 1964 stand Volleyball in Tokio zum ersten Mal auf dem olympischen Programm, Beachvolleyball folgte 1996 in Atlanta. Heute spielen es Schätzungen zufolge über 800 Millionen Menschen.
Nicht schlecht für ein Spiel, das eigentlich nur Bürohengste schonen sollte.