Wie findest du diesen Fakt?
Archäologen, die altägyptische Gräber untersuchten, stießen immer wieder auf Tongefäße mit Honig. Das Absurde: Der Honig soll nach rund 3.000 Jahren noch essbar gewesen sein. Fast jedes andere Lebensmittel wäre längst zu Staub zerfallen oder hätte sich in etwas verwandelt, das man nicht mal anfassen möchte.
Der Trick: Bakterien verdursten
Honig besteht zu etwa 80 Prozent aus Zucker und enthält nur rund 17 Prozent Wasser. Das klingt harmlos, ist für Mikroorganismen aber eine Todeszone. Zucker zieht Wasser an. Landet ein Bakterium im Honig, wird ihm das Wasser regelrecht aus den Zellen gesaugt. Es vertrocknet, bevor es sich vermehren kann.
Dass so wenig Wasser drin ist, haben die Bienen selbst erledigt. Frischer Nektar ist ziemlich flüssig. Im Stock fächeln die Bienen mit ihren Flügeln so lange Luft darüber, bis ein großer Teil des Wassers verdunstet ist. Erst dann verschließen sie die Wabe mit Wachs.
Plan B: Säure und ein eingebautes Desinfektionsmittel
Damit nicht genug. Honig ist ziemlich sauer, sein pH-Wert liegt meist etwa zwischen 3,5 und 4,5, ähnlich wie bei Orangensaft. Und Bienen geben ein Enzym namens Glucoseoxidase dazu. Kommt ein bisschen Feuchtigkeit an den Honig, entsteht daraus Wasserstoffperoxid, dasselbe Zeug, das in manchen Desinfektionsmitteln steckt.
Zucker, Säure und Wasserstoffperoxid: Bienen haben im Grunde ein dreifach gesichertes Konservierungssystem erfunden.
Der Haken
Ganz ewig hält Honig nur, wenn er gut verschlossen ist. Offen gelassen zieht er Wasser aus der Luft, und dann kann er doch gären. Kristallisiert er, ist das übrigens kein Zeichen von Verderb: Ein warmes Wasserbad, und er ist wieder flüssig.
Der Honig in deinem Küchenschrank wird dich also vermutlich überleben.