Wie findest du diesen Fakt?
Kleiner grüner Klecks, viel Schärfe, Tränen in den Augen: So kennst du Wasabi vom Sushi. Die schlechte Nachricht: Was da auf deinem Teller liegt, ist meistens gar kein Wasabi.
Das große Grün-Imitat
Echter Wasabi ist eine Pflanze (Eutrema japonicum, früher Wasabia japonica), deren Wurzelstock frisch gerieben wird. Außerhalb Japans landet aber fast immer etwas anderes auf dem Teller: eine Mischung aus Meerrettich, Senf, Stärke und grüner Lebensmittelfarbe oder Spinatpulver. Laut Wikipedia nutzen sogar die meisten Sushi-Restaurants außerhalb Japans dieses Pulver, auch gute. Viele Tuben mit „Wasabi“ drauf enthalten laut Bustle nur einen winzigen Anteil der echten Pflanze, oft unter einem Prozent.
Ganz frei erfunden ist die Schärfe trotzdem nicht. Meerrettich, Senf und Wasabi sind verwandt und bilden denselben scharfen Stoff: Allylisothiocyanat. Der entsteht erst, wenn die Pflanzenzellen beim Reiben aufbrechen. Deshalb fühlt sich das Imitat so ähnlich an.
Warum das Original so selten ist
Wasabi ist eine echte Diva. Die Pflanze verträgt kein direktes Sonnenlicht, braucht hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen etwa 8 und 20 Grad. Traditionell wächst sie an kühlen Gebirgsbächen in Japan. Meerrettich wächst dagegen schneller, wird größer und ist viel billiger.
Dazu kommt: Echter Wasabi ist eine Sache von Minuten. Frisch gerieben hält er sein volles Aroma laut HuffPost nur etwa 15 Minuten. Gute Restaurants reiben ihn deshalb direkt vor dem Servieren. Vorgefertigte Paste aus der Tube kann da nicht mithalten.
Traditionell wurde Wasabi auf rauer Haifischhaut gerieben. Heute sind Metallreiben üblich.
Wie schmeckt das Original?
Echter Wasabi ist laut HuffPost milder im Abgang, frischer und eher „pflanzig“. Die Schärfe knallt kurz und ist dann weg, statt lange im Mund zu brennen wie Meerrettich.
Dein Sushi hat also die ganze Zeit mit einem Double gearbeitet, und kaum jemand hat es gemerkt.