Und ja, das stimmt wirklich.

Körper
WTF?!
Körper Fakt #090

Selbst kitzeln geht nicht – außer mit Roboter und 200 Millisekunden Verzögerung

Dein Kleinhirn sagt voraus, wie sich deine eigene Berührung anfühlen wird, und dämpft das Kitzeln.

3. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit · 4 Quellen

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Welche Zahl gehört in die Lücke?

Selbst kitzeln geht nicht – außer mit Roboter und ___ Millisekunden Verzögerung

Dein Urteil

Wie findest du diesen Fakt?

Probier es ruhig aus: Fahr dir mit den Fingern über die Fußsohle oder unter die Achsel. Passiert nichts? Dann bist du völlig normal. Lässt du dagegen jemand anderen ran, quiekst du wahrscheinlich sofort los. Gleiche Berührung, komplett anderes Gefühl.

Dein Kleinhirn spielt Spoiler

Die Neurowissenschaftlerin Sarah-Jayne Blakemore vom University College London hat das genauer untersucht. Laut ihr steckt die Antwort ganz hinten im Kopf, im Kleinhirn (Cerebellum), das deine Bewegungen überwacht. Wenn du eine Bewegung planst, bekommt das Kleinhirn eine Art interne Kopie des Befehls, in der Fachsprache „Efferenzkopie“. Damit kann es ziemlich genau vorhersagen, was gleich passiert.

Versuchst du, dich selbst zu kitzeln, sagt das Kleinhirn die Empfindung voraus. Diese Vorhersage wird genutzt, um die Reaktion anderer Hirnareale auf das Kitzeln herunterzuregeln. Bei einer fremden Hand klappt das nicht, denn deren Bewegungen kann dein Gehirn nicht vorhersehen. Darum wirkt das Kitzeln bei fremden Händen voll, bei deinen eigenen kaum.

Der Trick mit dem Roboter

Im Jahr 2000 erschien dazu eine Studie von Blakemore, Daniel Wolpert und Chris Frith im Fachjournal NeuroReport. Die 16 Versuchspersonen bewegten mit der linken Hand einen Roboterarm, der ihnen mit etwas Weichem über die rechte Handfläche strich. Der Clou: Die Forschenden konnten eine Verzögerung zwischen Bewegung und Berührung einbauen, nämlich 100, 200 oder 300 Millisekunden. Oder sie lenkten die Bewegung um 30, 60 oder 90 Grad ab.

Das Ergebnis: Je größer die Verzögerung zwischen 0 und 200 Millisekunden, desto kitzliger fühlte sich die eigene Berührung an. Gleiches galt, je stärker die Richtung zwischen 0 und 90 Grad verdreht war. Sobald Vorhersage und Realität nicht mehr zusammenpassen, behandelt dein Gehirn dich wie einen Fremden. Blakemore schreibt dazu sinngemäß, Selbstkitzeln sei vielleicht doch möglich, wenn du bereit bist, in ein paar Roboter zu investieren.

Heute gibt es sogar einen eigenen Kitzelroboter: „Hektor“ besteht aus drei Elektromotoren, fährt mit Sonden über Fußsohlen, und die Leute bewerten jeden Strich auf einer Skala von 1 bis 10.

Dein Gehirn ist also so gut darin, dich selbst zu kennen, dass es dir den Spaß verdirbt. Gegen dich selbst hast du beim Kitzeln schlicht keine Chance.

Die Beweise

  1. 1Scientific American: Why can't a person tickle himself?
  2. 2NeuroReport: Why can't you tickle yourself?
  3. 3Yale Scientific Magazine: Why Can't You Tickle Yourself?
  4. 4Scientific American: The surprising science of tickling

Wie WTF ist das?

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5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine