Und ja, das stimmt wirklich.

Sprache
WTF?!
Sprache Fakt #076

Im Vatikan spricht sogar der Geldautomat Latein

An Geldautomaten der Vatikanbank kannst du Latein als Sprache auswählen, eine Option, die es so sonst nirgends auf der Welt geben soll.

24. September 2026 · 1 Min. Lesezeit · 4 Quellen

Dein Urteil

Wie findest du diesen Fakt?

Du stehst am Geldautomaten und wählst die Sprache: Deutsch, Englisch, Italienisch … oder Latein. Klingt wie ein Witz aus dem Lateinunterricht, ist im Vatikan aber Realität.

Bitte Karte einführen, auf Latein

Die Vatikanbank, offiziell „Istituto per le Opere Religiose“, betreibt im Vatikan Geldautomaten mit lateinischer Menüführung. Schon 2003 berichtete das Magazin „Wanted in Rome“ darüber. Der erste Bildschirm begrüßt dich mit „Inserito scidulam quaeso ut faciundam cognoscas rationem“, sinngemäß: Bitte Karte einführen, um den Vorgang zu starten. Abheben kann dort laut Wanted in Rome allerdings nur, wer ein Konto bei der Vatikanbank hat.

Warum ausgerechnet Latein? Zum einen ist es seit Jahrhunderten die Sprache der katholischen Kirche. Zum anderen leben und arbeiten im Vatikan Menschen aus vielen verschiedenen Ländern. Latein ist eine Sprache, die viele von ihnen zumindest teilen.

Latein für Flipper und Stau

Aber wie sagt man auf Latein Dinge, die die alten Römer nie gesehen haben? Dafür gibt es ein eigenes Wörterbuch: das „Lexicon Recentis Latinitatis“, ein Lexikon des neueren Lateins. Es erschien erstmals 1992, erstellt von Fachleuten im Auftrag des Vatikans, und war ursprünglich für päpstliche Texte gedacht. Es gibt sogar eine deutsche Ausgabe namens „Neues Latein-Lexikon“.

Ein paar Kostproben, die Futility Closet daraus zusammengetragen hat:

  • Waschmaschine: „machina linteorum lavatoria“
  • Kühlschrank: „cella frigorifera“
  • Stau: „fluxus interclusio“
  • Bestseller: „liber maxime divenditus“
  • Flipperautomat: „sphaeriludium electricum nomismate actum“, also etwa ein „elektrisches Kugelspiel, das mit einer Münze betrieben wird“

Selbst für „flirten“ gibt es eine Übersetzung: „lusorie amare“, ungefähr „spielerisch lieben“.

Tot, aber quicklebendig

Latein gilt als tote Sprache, weil sie niemand mehr als Muttersprache lernt. Im Vatikan wird sie trotzdem weiter gepflegt und um neue Wörter ergänzt. Das Lexikon wurde mehrfach neu aufgelegt, die bisher jüngste Ausgabe erschien 2020.

Geld abheben wie Cicero, nur eben mit PIN.

Die Beweise

  1. 1Wikipedia: Lexicon Recentis Latinitatis
  2. 2Wanted in Rome: Latin-language cashpoint
  3. 3Grunge: The Vatican Is Home To This One Of A Kind ATM
  4. 4Futility Closet: In Other Words

Wie WTF ist das?

Zieh den Regler und sag uns, wie sehr dich der Fakt umhaut.

5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine