Wie findest du diesen Fakt?
Glühwürmchen, Tiefseefische, leuchtende Pilze: Wir denken bei Biolumineszenz an exotische Lebewesen. Dabei leuchtest du selbst. Gerade jetzt. Nur eben so schwach, dass dein eigenes Auge keine Chance hat.
Eine Kamera, die fast nichts sieht und trotzdem alles
2009 veröffentlichten die japanischen Forscher Masaki Kobayashi, Daisuke Kikuchi und Hitoshi Okamura eine Studie im Fachjournal PLOS ONE. Sie setzten fünf gesunde Männer in ihren Zwanzigern vor eine extrem empfindliche CCD-Kamera, die auf minus 120 Grad Celsius gekühlt wurde. Das Ergebnis: Der menschliche Körper strahlt Licht ab, aber rund 1000-mal schwächer, als unsere Augen wahrnehmen können.
Am hellsten war das Gesicht, vor allem die Wangen und die Partie rund um den Mund. Die Augenpartie und der restliche Körper glimmten schwächer.
Dein Glow hat einen Tagesrhythmus
Die Forscher filmten ihre Probanden zu verschiedenen Tageszeiten, und das Leuchten war nicht immer gleich. Morgens war es schwach, im Lauf des Tages wurde es stärker und erreichte am späten Nachmittag gegen 16 Uhr seinen Höhepunkt. An den Wangen war es dann etwa doppelt so hell wie um 10 Uhr morgens.
Interessant: Das Leuchten verlief gegenläufig zum Stresshormon Cortisol. Die Forscher vermuten deshalb, dass die innere Uhr über den Stoffwechsel mitbestimmt, wie stark wir glimmen.
Woher das Licht kommt
Die Quelle ist keine Leuchtzelle wie beim Glühwürmchen, sondern ganz normaler Stoffwechsel. Dabei entstehen freie Radikale, also besonders reaktionsfreudige Moleküle. Bei ihren chemischen Reaktionen werden manche Moleküle kurz in einen angeregten Zustand versetzt. Fallen sie zurück, geben sie die Energie als winziges Lichtteilchen ab, als Photon.
Fachleute nennen dieses Phänomen ultraschwache Photonenemission. Sie kommt nicht nur bei Menschen vor, sondern bei vielen Lebewesen.
Laut Wikipedia geben Gewebe dabei grob 1 bis 1000 Photonen pro Quadratzentimeter und Sekunde ab. Eine Schreibtischlampe schafft unvorstellbar viel mehr.
Du bist also keine Glühbirne. Aber ein bisschen Licht steckt in dir, und am meisten davon um 4 Uhr nachmittags.