Wie findest du diesen Fakt?
Eineiige Zwillinge sind so etwas wie eine natürliche Kopie. Sie entstehen aus derselben befruchteten Eizelle und haben deshalb praktisch dieselbe DNA. Manche sehen sich so ähnlich, dass selbst Freunde sie verwechseln. Aber ein Fingerabdruck-Scanner würde das nie tun.
Die DNA liefert nur den Bauplan
Selbst eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke. Das liegt daran, dass die Gene beim Fingerabdruck nicht alles festlegen. Sie geben eher das grobe Muster vor. Deshalb sind sich die Abdrücke von Zwillingen laut BBC Science Focus meist ähnlicher als die von zwei Fremden. Fachleute und Erkennungssoftware können sie trotzdem auseinanderhalten.
Die feinen Details, also wo eine Linie endet, sich gabelt oder eine kleine Insel bildet, entstehen auf einem anderen Weg.
Geprägt im Mutterleib
Die Rillen auf deinen Fingerkuppen, Fachleute nennen sie Papillarleisten, bilden sich laut BBC Science Focus zwischen der 13. und der 19. Woche der Schwangerschaft. In dieser Zeit wirken viele Einflüsse auf die wachsenden Finger ein:
- die genaue Lage im Mutterleib
- die Länge der Nabelschnur
- der Blutdruck
- die Ernährung
- wie schnell die Finger wachsen
Zwei Zwillinge teilen sich zwar die Gebärmutter, liegen aber nie exakt gleich. Jeder Finger wächst also unter leicht anderen Bedingungen. Diese winzigen Unterschiede reichen, um ein einzigartiges Muster zu erzeugen. Einmal angelegt, bleibt es dann ein Leben lang.
Zufall mit System
Man kann sich das vorstellen wie zwei Bäcker mit demselben Rezept. Der Kuchen wird bei beiden ähnlich, aber nie bis auf die letzte Krümelstruktur identisch. Die DNA ist das Rezept, der Mutterleib die Küche, in der jeder Ofen ein bisschen anders heizt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei nicht verwandte Menschen identische Fingerabdrücke haben, liegt laut BBC Science Focus bei weniger als 1 zu 64 Milliarden.
Zwillinge teilen also vieles: Geburtstag, Gene, oft sogar Klamotten. Aber am Handy-Sensor kommt jeder nur mit seinem eigenen Finger rein.