Wie findest du diesen Fakt?
Dass Ozeane den größten Teil der Erde bedecken, weiß jedes Kind. Weniger bekannt ist, wie wenig wir über ihren Boden wissen. Der Großteil ist bis heute nicht genau vermessen.
Ein großer weißer Fleck
Natürlich gibt es Karten vom gesamten Meeresboden. Sie beruhen aber zu großen Teilen auf Messungen aus dem All, die nur ein grobes Bild liefern. Berge, Schluchten und Ebenen am Grund sind darauf nur sehr verschwommen zu sehen.
Genau wird es erst, wenn Schiffe den Boden mit Schall abtasten. Dabei senden sie Schallwellen nach unten und messen, wie lange das Echo braucht. Genau das will das internationale Projekt Seabed 2030 für den gesamten Meeresboden erreichen, und zwar bis 2030.
Der Fortschritt
Laut Engadget war 2022 knapp ein Viertel geschafft, nämlich 23,4 Prozent. Allein im Jahr davor kamen rund 3,8 Millionen Quadratmeilen dazu, also fast zehn Millionen Quadratkilometer.
Im Juni 2024, am Welttag der Hydrografie, meldete Seabed 2030 dann laut dem Center for Coastal and Ocean Mapping der University of New Hampshire einen Stand von 26,1 Prozent. Das heißt im Umkehrschluss: Fast drei Viertel des Meeresbodens sind noch nicht in hoher Auflösung bekannt.
Bonusfakt: Laut Engadget kam der große Sprung vor allem aus Archiven. Viele Messungen gab es längst, sie lagen nur bei Regierungen und Firmen, die sie nach und nach für das Projekt öffnen.
Warum ist das wichtig? Genaue Karten helfen dabei, Tsunamis besser vorherzusagen, Schiffe und Unterseekabel sicher zu führen und Lebensräume am Meeresgrund zu schützen. Sie zeigen außerdem, wie Strömungen über den Boden fließen und das Klima beeinflussen.
Bis 2030 bleibt also noch einiges zu tun. Bis dahin gilt: Über die Oberfläche anderer Himmelskörper wissen wir teils mehr als über den Boden direkt unter unseren Schiffen.
Wer am Strand steht und aufs Meer schaut, blickt also auf eine der letzten großen unbekannten Landschaften der Erde.