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Ein Länderspiel, für das 22 Spieler absagen, klingt nach einer Pleite mit Ansage. Am 12. September 1990 gewann die DDR-Nationalmannschaft trotzdem: 2:0 gegen Belgien, im allerletzten Spiel ihrer Geschichte.
Ein Qualifikationsspiel, das keins mehr war
Eigentlich sollte die Partie in Brüssel ein Qualifikationsspiel für die EM 1992 in Schweden werden. Doch die Einheit kam schneller als gedacht. Der DDR-Verband meldete seine Mannschaft von der Qualifikation ab, und aus dem Pflichtspiel wurde ein Freundschaftsspiel. Drei Wochen später, am 3. Oktober, gab es die DDR nicht mehr.
Für Trainer Eduard „Ede“ Geyer wurde die Kaderplanung zum Problem. Laut Fussballdaten hatten ihm 22 Spieler abgesagt, darunter Ulf Kirsten und Thomas Doll. Eurosport beschreibt die Stimmung so: Nach dem Mauerfall hatte jeder mit sich selbst zu tun. Am Ende reisten nur 14 Spieler nach Brüssel.
Zwei Tore vom Mann, der eigentlich gehen wollte
Ausgerechnet Matthias Sammer, damals beim VfB Stuttgart, wäre beinahe auch nicht geblieben. Er erzählte später, er habe eigentlich gar nicht bleiben wollen, aber an dem Abend sei kein Flugzeug mehr gegangen. Also spielte er mit und schoss beide Tore zum 2:0 im Constant-Vanden-Stock-Stadion.
Laut Berliner Kurier soll Geyer sein Team vorher mit dem Satz „Ihr könnt Geschichte schreiben!“ angefeuert haben. Hat geklappt: Die Tore von Sammer waren die letzten, die eine DDR-Auswahl je geschossen hat.
Mit dem Sieg in Brüssel endete die Bilanz der DDR-Nationalelf nach Angaben von Fussballdaten bei 138 Siegen in 293 Länderspielen.
Sammer spielte danach für die gesamtdeutsche Nationalmannschaft und wurde 1996 Europameister, mit einem Team, das es 1990 so noch gar nicht gab.
Ein Abschied mit Rumpfkader, aber immerhin ohne Niederlage.