Wie findest du diesen Fakt?
Stell dir vor, du arbeitest monatelang an einem Film und siehst dann zu, wie er Datei für Datei verschwindet. Genau das ist 1998 bei Pixar passiert.
Ein Befehl, 90 Prozent weg
Laut einem ausführlichen Bericht von The Next Web lief auf dem Server mit den Dateien von Toy Story 2 ein Löschbefehl. Wahrscheinlich war es rm -r -f, ein Unix-Befehl, der einen Ordner samt allen Unterordnern löscht, ohne nachzufragen. Bei Pixar sahen Leute, wie Figuren und Kulissen von ihren Bildschirmen verschwanden. Oren Jacob, damals Associate Technical Director des Films, ließ den Server vom Strom nehmen. Da waren schon rund 90 Prozent der Filmdateien weg.
Die naheliegende Lösung wären die Backups gewesen. Aber die Bandsicherungen von Pixar waren nie richtig überprüft worden und hatten unbemerkt nicht mehr sauber funktioniert.
Rettung per Volvo
Gerettet hat den Film Galyn Susman, die Supervising Technical Director. Sie arbeitete damals von zu Hause aus und hatte dort einen Rechner mit einer vollständigen Kopie des Films, etwa zwei Wochen alt. Jacob und Susman fuhren zu ihr, wickelten den Computer in Decken, schnallten ihn auf der Rückbank ihres Volvos an und brachten ihn sehr vorsichtig zu Pixar. Auch TechSpot, das sich unter anderem auf das Buch „Creativity, Inc.“ von Pixar-Mitgründer Ed Catmull stützt, beschreibt diese Kopie als wohl einzige intakte Version des Films.
Danach prüfte das Team ein Wochenende lang Dateien von Hand. Laut The Next Web waren es etwa 70.000 geprüfte Dateien, 30.000 standen noch aus.
Der Twist
Und jetzt kommt’s: Nach all dem fand man die Geschichte nicht gut genug. Am 15. Dezember 1998 wurde die Produktion gestoppt, und das Team baute den Film in etwa neun Monaten größtenteils neu. Trotzdem kam er pünktlich im November 1999 in die Kinos.
Bonusfakt: Oren Jacob, der an dem Tag den Stecker ziehen ließ, wurde später Technikchef von Pixar.
Irgendwo gibt es einen Volvo, der mal Woody und Buzz auf der Rückbank hatte.