Wie findest du diesen Fakt?
Wenn ein Elefant ruft, hörst du oft nur einen Teil davon. Ein anderer Teil wandert durch die Erde, und andere Elefanten können ihn offenbar spüren.
Rufe, die durch den Boden laufen
Elefanten kommunizieren mit tiefem Grollen, dem sogenannten Rumble. Laut Physics World liegt der Grundton dieser Rufe unter 30 Hertz und damit im Infraschall, den Menschen nicht hören können. Nur einige Obertöne bekommen wir mit.
Die Stanford-Forscherin Caitlin O’Connell-Rodwell hat sich mit Kollegen angesehen, was dabei im Boden passiert. Für eine Studie von 2004 legten sie laut Physics World eine Reihe von 57 Geophonen aus. Das sind Bodensensoren, und die Reihe reichte etwa 175 Meter vom Gehege dreier afrikanischer Elefanten weg. Ihr Ergebnis: Die Rufe erzeugen seismische Wellen, die sich durch den Boden ausbreiten. Laut Computermodellen können sie dabei mehr als 2 Kilometer weit kommen.
Hören mit den Füßen
Spannend ist, wie Elefanten diese Signale aufnehmen könnten. Laut ScienceDaily gibt es zwei Ideen. Entweder gelangen die Vibrationen über die Knochen vom Fuß bis ins Ohr, oder Tastrezeptoren in den Füßen nehmen sie wahr, ähnlich wie im Rüssel. Die Forschenden halten auch eine Kombination für möglich. Ganz bewiesen ist das noch nicht.
Hinweise aus dem Freiland gibt es aber. Laut einem Bericht der Stanford University spielte O’Connell-Rodwell im Etosha-Nationalpark in Namibia Paarungsrufe von Elefantenkühen über einen Lautsprecher ab, der mit dem Boden verbunden war und so auch Vibrationen erzeugte. Die Bullen blieben stehen, drückten den Rüssel auf den Boden und richteten sich quer zur Richtung des Signals aus.
Bonusfakt: Laut ScienceDaily wird anekdotisch berichtet, dass sich Elefanten in Angola auf Regen zubewegen, der rund 100 Meilen entfernt fällt. Wie sie das merken, ist nicht geklärt.
Ein Netzwerk unter deinen Füßen
Das Bild vom schweren, plumpen Elefanten passt also nicht ganz. Unter jedem dieser riesigen Füße steckt womöglich ein empfindlicher Sensor. Laut ScienceDaily beschäftigt sich O’Connell-Rodwell mit dem Thema schon seit den frühen 1990er-Jahren, ihre Feldforschung begann 1992.
Was für uns nur Stille ist, könnte für eine Elefantenherde ein ganzes Gespräch sein.