Wie findest du diesen Fakt?
Stell dir vor, du schläfst auf einer Luftmatratze im Meer ein und wachst ein paar Kilometer weiter wieder auf. Für Seeotter wäre das ein echtes Problem, denn sie verbringen fast ihr ganzes Leben im Wasser. Ihre Lösung: Sie binden sich fest, und zwar mit Seetang.
Ein Anker aus Kelp
Seeotter leben an den Küsten des Nordpazifiks, oft in großen Tangwäldern aus Kelp, einer riesigen Braunalge. Zum Ausruhen legen sie sich auf den Rücken und treiben an der Wasseroberfläche.
Damit die Strömung sie dabei nicht aufs offene Meer hinauszieht, wickeln sie sich in die langen Kelpstränge ein. Der Tang wirkt wie ein Anker. Sie machen das nicht nur beim Schlafen, sondern auch beim Fressen.
Lieber in der Gruppe
Seeotter suchen ihr Futter allein, ruhen sich aber gern zusammen aus. Solche Gruppen heißen im Englischen „Raft“, also Floß. Ein Raft besteht meist aus 10 bis 100 Tieren. Die größte beobachtete Gruppe zählte über 2000 Seeotter.
Und dann gibt es noch diese berühmten Fotos: schlafende Seeotter, die sich an den Pfoten halten. Das kommt tatsächlich vor. Der Klassiker zum Festhalten bleibt aber der Kelp.
Fell statt Speck
Warum sie überhaupt so viel Zeit mit Ausruhen verbringen? Seeotter haben einen anstrengenden Alltag. Anders als die meisten Meeressäuger besitzen sie keine isolierende Speckschicht. Warm hält sie nur ihr extrem dichtes Fell, mit bis zu 150.000 Haaren pro Quadratzentimeter. Damit es funktioniert, putzen sie es ständig und pusten Luft hinein.
Das kostet Energie. Ein Seeotter muss deshalb jeden Tag schätzungsweise 25 bis 38 Prozent seines Körpergewichts fressen. Die Schalen von Muscheln und Seeigeln knacken sie, indem sie sich einen Stein auf die Brust legen und die Beute dagegenschlagen.
Seeotter-Mütter legen ihr Junges zum Ausruhen auf die eigene Brust, damit es nicht im kalten Wasser liegt.
Kuscheln, Werkzeug, eingebauter Anker: Viel besser kann man sich auf dem offenen Meer kaum einrichten.