Wie findest du diesen Fakt?
Er sieht aus wie ein bunter Hummer aus einem Videospiel und hat vermutlich die gefährlichste Faust im Meer. Fangschreckenkrebse sind kleine Räuber aus warmen Meeren, und an ihnen ist so ziemlich alles extrem. Selbst ihr größtes Talent hat einen überraschenden Haken.
Ein Schlag mit Nachbeben
Manche Arten haben keulenartige Fangbeine, mit denen sie Schnecken, Muscheln und Krebse knacken. Diese Hammerarme schnellen mit 23 Metern pro Sekunde nach vorn. Das sind rund 83 km/h, unter Wasser und aus dem Stand.
Weil das so schnell geht, entsteht hinter dem Arm ein Unterdruck. Das Wasser bildet winzige Dampfbläschen, die sofort wieder in sich zusammenfallen. Das nennt man Kavitation. Die implodierenden Bläschen setzen dabei jede Menge Energie frei. Die Beute kassiert also quasi zwei Treffer: den Schlag selbst und die Blasen direkt danach.
Augen mit bis zu 16 Farbkanälen
Wir Menschen sehen Farben mit 3 Typen von Fotorezeptoren. Fangschreckenkrebse haben 12 oder mehr, manche Arten bis zu 16 Farbkanäle, einige davon im UV-Bereich. Dazu erkennen sie polarisiertes Licht, das für uns unsichtbar ist.
Klingt nach dem ultimativen Farbsehen. Ist es aber offenbar nicht.
Viele Sensoren, wenig Feingefühl
2014 testeten Forschende der University of Queensland, wie gut die Tiere ähnliche Farbtöne auseinanderhalten. Ergebnis: überraschend schlecht, sogar schlechter als wir Menschen. Die Studie erschien im Fachjournal Science.
Die Erklärung der Forschenden: Unser Gehirn vergleicht die Signale weniger Rezeptoren und rechnet daraus feinste Farbabstufungen. Der Krebs macht das offenbar anders. Er scannt seine Umgebung mit Augenbewegungen und erkennt eine Farbe direkt daran, welche seiner vielen Rezeptoren anspringen. Ein bisschen wie ein Barcode-Scanner. Das ist weniger präzise, dafür aber schnell. Im Korallenriff, wo jede Sekunde über Fressen oder Gefressenwerden entscheidet, lohnt sich dieser Deal.
Die Augen sitzen auf Stielen, bewegen sich unabhängig voneinander, und jedes einzelne Auge kann für sich allein räumlich sehen.
Mehr Hardware heißt also nicht automatisch bessere Bilder. Manchmal heißt es einfach: schneller entscheiden.