Wie findest du diesen Fakt?
Schau nachts in einen richtig dunklen Himmel und du hast das Gefühl, die Sterne nehmen kein Ende. Trotzdem gibt es etwas, das auf unserem kleinen Planeten zahlreicher ist. Auf der Erde stehen mehr Bäume, als es Sterne in unserer Galaxie gibt.
Die große Baumzählung
2015 veröffentlichte ein Team um den Ökologen Thomas Crowther von der Yale University im Fachjournal Nature eine neue Schätzung. Forscher aus 15 Ländern werteten Daten von mehr als 400.000 Waldflächen aus, kombiniert mit Satellitenbildern und Supercomputern. Am Ende stand eine Zahl: rund 3,04 Billionen Bäume.
Das war eine echte Überraschung. Frühere Schätzungen lagen bei etwa 400 Milliarden, also nur einem Bruchteil davon. Rechnerisch kommen auf jeden Menschen rund 422 Bäume.
Und die Sterne?
Die Milchstraße ist riesig, je nach Messung etwa 87.000 bis 100.000 Lichtjahre im Durchmesser. Trotzdem schätzt man ihre Sterne auf 100 bis 400 Milliarden. Selbst wenn du die höchste Schätzung nimmst, gibt es also mehr als siebenmal so viele Bäume auf der Erde wie Sterne in der Milchstraße.
Kleiner Haken: Mit bloßem Auge siehst du ohnehin nur einen winzigen Teil dieser Sterne. Bäume siehst du dagegen fast überall, wo du hinschaust. Dass sie die Sterne zahlenmäßig schlagen, fühlt sich trotzdem falsch an.
Früher waren es noch mehr
So beeindruckend die Zahl ist, sie schrumpft. Laut der Studie gehen jedes Jahr mehr als 15 Milliarden Bäume verloren. Seit Beginn der menschlichen Zivilisation hat sich die Zahl der Bäume um etwa 46 Prozent verringert.
Crowther fasste es so zusammen: „Wir haben die Zahl der Bäume auf dem Planeten fast halbiert.“
Den Sternenhimmel zu bewundern bleibt trotzdem schön. Aber wer etwas wirklich Unzählbares sehen will, muss nicht nach oben schauen. Ein Spaziergang im Wald reicht.