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Eis am Stiel wirkt wie eine Erfindung aus einem Lebensmittellabor. Die Geschichte dahinter ist deutlich kleiner und sympathischer. Erfunden hat es der Überlieferung nach ein 11-jähriger Junge, und zwar aus Versehen.
Eine vergessene Limo
Wir sind im Jahr 1905 in der Gegend von San Francisco. Frank Epperson ist 11 Jahre alt und mischt sich ein Getränk aus Wasser und süßem Limonadenpulver. Darin steckt ein Holzstäbchen zum Umrühren. Den Becher lässt er draußen stehen, und in der Nacht wird es richtig kalt. Am nächsten Morgen ist die Limo gefroren, mit dem Stäbchen mittendrin.
Laut NPR leckte Frank das gefrorene Getränk einfach vom Stab ab und nannte es „Epsicle“, eine Mischung aus seinem Nachnamen und „icicle“, dem englischen Wort für Eiszapfen. NPR nennt die Geschichte allerdings „charmant, wenn auch etwas legendenhaft“, denn die Quellen unterscheiden sich in den Details. Sogar ob er in San Francisco oder Oakland aufwuchs, ist laut KQED nicht ganz klar.
Patent, Namenswechsel und Pleite
Richtig ernst machte Epperson erst als Erwachsener. Laut Lemelson-MIT beantragte er mehr als 18 Jahre später ein Patent auf sein Eis am Stiel, NPR und KQED nennen das Jahr 1924. Seine eigenen Kinder sollen das Ganze dann umgetauft haben: aus „Pop’s ‘Sicle“, also dem Eis von Papa, wurde „Popsicle“. Der Name blieb.
Reich wurde Epperson damit nicht. Er verkaufte die Rechte in den 1920er-Jahren an die Firma Joe Lowe. Später sagte er laut KQED sinngemäß, er sei pleite gewesen und habe alles zu Geld machen müssen, was er besaß.
Laut NPR werden heute jedes Jahr rund 2 Milliarden Popsicles verkauft.
Die Doppel-Variante
In der Weltwirtschaftskrise brachte die Lowe-Firma laut NPR eine Version mit zwei Stielen heraus, die man für 5 Cent kaufen und mit jemandem teilen konnte.
Manchmal braucht eine Weltidee kein Labor, sondern nur ein Kind, das seinen Becher vergisst.