Wie findest du diesen Fakt?
Ratsch. Dieses Geräusch kennst du von Turnschuhen, Jacken und Rucksäcken. Erfunden hat es ein Hund, zumindest indirekt.
Kletten unter dem Mikroskop
1941 war der Schweizer Ingenieur George de Mestral laut der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) mit seinem Hund im Jura unterwegs. Danach hingen überall Kletten: an seiner Hose und im Fell des Hundes. Statt sie einfach abzuzupfen, legte er sie unter ein Mikroskop.
Was er sah, waren Hunderte winziger Haken. Die verhakten sich in allem, was Schlaufen hatte, also in Stoff und Tierhaaren. De Mestral fragte sich, ob man dieses Prinzip nachbauen könnte. Laut swissinfo nahmen nur wenige die Idee ernst, und manche lachten ihn offen aus.
Fast 14 Jahre Tüftelei
Einfach war es nicht. Laut WIPO arbeitete de Mestral fast acht Jahre lang mit einem Weber aus einer französischen Textilfabrik an der Umsetzung. Baumwolle funktionierte schlecht, Nylon viel besser. Laut swissinfo halfen ein Weber in Lyon und ein Webstuhlbauer in Basel, und die Haken entstanden aus Nylon, das unter Infrarotlicht genäht wurde.
1951 meldete er in der Schweiz ein Patent an, das 1954 erteilt wurde. 1955 folgten Patente in Frankreich und den USA. Vom Ausflug im Wald bis dahin vergingen also rund 14 Jahre.
Samt plus Haken
Den Namen Velcro setzte de Mestral aus zwei französischen Wörtern zusammen: „velours“ für Samt und „crochet“ für Haken. Im Deutschen hat sich dagegen „Klettverschluss“ durchgesetzt, benannt nach der Pflanze, mit der alles anfing.
Das ursprüngliche Patent lief laut WIPO 1978 aus. Seitdem darf jeder Klettverschlüsse herstellen, der Markenname Velcro gehört aber weiterhin der Firma.
Bonusfakt: Bei Apollo 11 bedeckten laut WIPO rund 3.300 Quadratzoll Klettband die Innen- und Außenflächen des Raumschiffs, das sind gut 2 Quadratmeter.
Die Natur hatte die Idee zuerst. Der Hund hat sie nur nach Hause getragen.