Wie findest du diesen Fakt?
Jedes Jahr kürt Oxford Dictionaries ein „Wort des Jahres“, das zeigen soll, was die Menschen bewegt hat. 2013 war es „selfie“, 2014 „vape“. Und 2015? Gar kein Wort. Sondern ein gelbes Gesicht, das vor Lachen weint.
Das Emoji des Jahres
Gemeint ist das Emoji mit dem offiziellen Namen „Face with Tears of Joy“, auf Deutsch „Gesicht mit Freudentränen“. Für die Auswahl hatte sich Oxford mit SwiftKey zusammengetan, dem Unternehmen hinter einer bekannten Tastatur-App fürs Handy. Die Auswertung zeigte: In Großbritannien machte dieses eine Emoji 20 Prozent aller genutzten Emojis aus, in den USA 17 Prozent.
Laut Oxford spiegelte es „das Ethos, die Stimmung und die Themen von 2015“ am besten wider. Es war das erste Mal, dass die Wahl auf ein Bildzeichen statt auf ein Wort fiel.
Ist das überhaupt ein Wort?
Nicht alle waren begeistert. Kritiker fragten, ob ein Emoji überhaupt als Wort zählen kann. Oxford selbst setzte „word“ in Anführungszeichen und stellte klar, dass es keine Pläne gebe, Emojis ins Wörterbuch aufzunehmen.
Die Konkurrenz auf der Shortlist war eine bunte Mischung aus ernst und albern: „Brexit“, „refugee“, „sharing economy“, „Dark Web“, „ad blocker“, „lumbersexual“, „on fleek“ und das „they“ als Pronomen für eine einzelne Person. Am Ende schlug ein lachendes Gesicht sie alle.
Das Emoji ist älter als sein großer Auftritt: Seit 2010 steckt es im Unicode-Standard, ursprünglich stammte es von japanischen Mobilfunkanbietern.
Vom Hit zum Auslaufmodell
Die Ironie der Geschichte: Ausgerechnet das Emoji des Jahres galt Anfang der 2020er-Jahre bei vielen aus der Generation Z als uncool. Statt Freudentränen schickten sie lieber das laut heulende Gesicht oder einen Totenkopf, um zu zeigen, dass sie sich kaputtlachen. Bei vielen Millennials blieb das Freudentränen-Gesicht aber weiter im Einsatz.
Ein Wort des Jahres, das man nicht aussprechen kann. Passender hätte 2015 kaum enden können.