Wie findest du diesen Fakt?
Rund um die Antarktis kann das Meerwasser auf etwa -2 Grad abkühlen. Salzwasser bleibt da noch flüssig, aber das Blut der meisten Fische würde gefrieren. Trotzdem leben dort Fische, und einige davon sind so speziell gebaut, dass sie auf den ersten Blick unmöglich wirken.
Frostschutzmittel aus eigener Herstellung
Viele antarktische Fische produzieren sogenannte Frostschutz-Glykoproteine. Die zirkulieren im Blut und bremsen das Wachstum winziger Eiskristalle, sodass das Blut flüssig bleibt. Das Ganze funktioniert also nicht wie ein Eiswürfel, der gar nicht erst entsteht, sondern eher wie ein Türsteher, der jeden Kristall klein hält.
Spannend ist, woher die Fähigkeit kommt. Beim Antarktischen Seehecht ist das Frostschutz-Gen aus Teilen eines Gens entstanden, das ursprünglich für ein Verdauungsprotein der Bauchspeicheldrüse zuständig war. Aus Verdauung wurde Frostschutz.
Fische ohne rote Blutfarbe
Die Krokodileisfische gehen noch einen Schritt weiter. Von dieser Familie sind mindestens 16 Arten bekannt, und sie sind die einzigen bekannten Wirbeltiere, die als Erwachsene kein Hämoglobin haben. Rote Blutkörperchen fehlen meist komplett, und wenn doch welche da sind, dann nur wenige und funktionslos.
Wie kommt dann der Sauerstoff in den Körper? Er ist einfach im Blutplasma gelöst. Das klappt, weil kaltes Wasser mehr Sauerstoff aufnehmen kann als warmes. Dazu haben Eisfische ein größeres Herz, größere Blutgefäße und etwa 4-mal so viel Blut wie andere Fische. Ihr Herz pumpt rund 5-mal so viel Blut pro Zeit.
Außerdem sparen sie Energie: Eisfische liegen meist ruhig am Meeresboden und warten auf Beute. Wer sich wenig bewegt, braucht weniger Sauerstoff.
Auch der Polardorsch in der Arktis hat Frostschutzproteine im Blut, nutzt dafür aber ganz andere Gene. Die Evolution hat dieselbe Lösung zweimal unabhängig erfunden.
Ohne Hämoglobin, mit Frostschutz und einem XXL-Herz: Eisfische beweisen, dass es für das Leben im Eis mehr als einen Bauplan gibt.