Wie findest du diesen Fakt?
Am 5. August 2010 stürzte in der Mine San José in der chilenischen Atacamawüste die Hauptrampe ein. Darunter: 33 Bergleute, rund 700 Meter tief im Berg. Von oben wusste niemand, ob überhaupt noch jemand lebte.
Ein Zettel am Bohrkopf
Die Notvorräte im Schutzraum waren nur für zwei bis drei Tage gedacht. Oben bohrten Rettungsteams trotzdem eine Sonde nach der anderen in die Tiefe. Am 22. August, 17 Tage nach dem Einsturz, kam ein Bohrer wieder hoch, an dem ein Zettel klebte: „Estamos bien en el refugio, los 33“, also „Uns geht es gut im Schutzraum, uns 33“.
Eine Kamera, die durch das Bohrloch hinuntergelassen wurde, bestätigte es: Alle lebten. Ab da kam Nachschub über schmale Röhren, die sogenannten Palomas, „Tauben“. Eine Lieferung brauchte etwa eine Stunde bis nach unten.
Tipps aus der Raumfahrt
Chile holte sich Rat bei der NASA, wie man Menschen monatelang auf engem Raum körperlich und psychisch fit hält. Ein vierköpfiges NASA-Team aus Ärzten, einem Psychologen und einem Ingenieur verbrachte drei Tage vor Ort. Zu ihren Vorschlägen gehörten zusätzliches Vitamin D und ein fester Tagesablauf mit Bewegung.
Auch bei der Rettungskapsel redete die NASA mit. Ihr Engineering and Safety Center lieferte rund 75 Empfehlungen für das Design. Heraus kam die Fénix: etwa 4 Meter lang und nur rund 54 Zentimeter breit. Gerade genug Platz für einen Menschen in einem Schacht durch den Fels.
33 von 33
Am Abend des 12. Oktober startete die Bergung. Florencio Ávalos fuhr als Erster nach oben, Schichtleiter Luis Urzúa als Letzter. Am 13. Oktober, nach 69 Tagen unter Tage, waren alle 33 Männer sicher an der Oberfläche.
Allein im Livestream sollen geschätzt 5,3 Millionen Menschen die Rettung verfolgt haben.
Ein Zettel, eine Kapsel, 33 Namen auf der Liste der Geretteten. Kein einziger fehlte.