Wie findest du diesen Fakt?
Wer an Autos denkt, denkt an Stahlblech. Der Trabant, das bekannteste Auto der DDR, hatte da andere Pläne. Seine Karosserie bestand aus Duroplast, also aus Baumwolle, die mit Phenolharz getränkt und gepresst wurde.
Kunststoff statt Blech
Das KÜS Magazin beschreibt die Außenhaut des Trabant P 601 als „mit Phenolharz getränkte Baumwoll-Pressteile“. Phenolharz ist ein Kunstharz, das beim Aushärten fest wird und sich danach nicht mehr verformen lässt. Zusammen mit den Baumwollfasern entsteht ein harter, leichter Werkstoff.
Warum der Aufwand? Laut KÜS Magazin gab es zwei Gründe. Erstens sollte das Auto leichter werden. Zweitens war Karosserieblech in der DDR-Planwirtschaft schlicht knapp. Aus der Not wurde so eine Technik, die heute fast futuristisch klingt.
Im Volksmund hieß der Trabi trotzdem wenig schmeichelhaft „Pappe“. Mit Pappe hat Duroplast aber nichts zu tun.
Fast drei Millionen Stück
Der P 601 lief ab Juli 1964 vom Band. Angetrieben wurde er von einem luftgekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor, erst mit 23 PS, ab 1969 mit 26 PS. Bis 1989 entstanden laut KÜS Magazin 2.821.381 Exemplare dieses Modells.
Danach kam von 1988 bis 1991 noch der Trabant 1.1, jetzt mit einem Motor von VW. Am 30. April 1991 rollte in Zwickau der letzte Trabant vom Band. Er trägt die Fahrzeugnummer 3.096.099, ist pink und steht heute im Depot des August Horch Museums.
Laut autohaus.de waren 2011 von den rund drei Millionen gebauten Trabis noch etwa 30.000 übrig.
Und dort, wo der letzte Trabi vom Band lief, baute Volkswagen laut demselben Bericht inzwischen Golf und Passat. Von Baumwolle in der Karosserie war da keine Rede mehr.
Ein Auto, das zum Teil aus demselben Stoff war wie dein T-Shirt, nur deutlich härter.