Wie findest du diesen Fakt?
Pyramiden, Pharaonen, Kleopatra: Im Kopf landet das alles in derselben Schublade namens „altes Ägypten“. Dabei ist diese Schublade riesig. Kleopatra lebte zeitlich näher an der ersten Mondlandung als am Bau der Cheops-Pyramide.
Die Rechnung
Die Cheops-Pyramide in Gizeh entstand um 2600 v. Chr., als Grabmal für den Pharao Cheops. Kleopatra VII. starb im Jahr 30 v. Chr. Zwischen beiden liegen also rund 2570 Jahre.
Neil Armstrong betrat am 20. Juli 1969 den Mond. Von Kleopatras Tod bis dahin vergingen knapp 2000 Jahre. Der Abstand zur Pyramide ist also gut ein halbes Jahrtausend größer.
Für Kleopatra war die Cheops-Pyramide damit schon uralt. Sie stand bereits über 2500 Jahre, als die Königin regierte. Ungefähr so, wie für uns heute die Zeit der frühen Römer weit zurückliegt.
Kleopatra war eigentlich keine typische Ägypterin
Noch ein Detail, das oft untergeht: Kleopatra gehörte zur Dynastie der Ptolemäer, die makedonisch-griechischen Ursprungs war. Die Familie stammte von Ptolemaios I. ab, einem makedonischen Feldherrn. Ihre Muttersprache war Griechisch.
Kleopatra herrschte von 51 bis 30 v. Chr. und war die letzte aktive Herrscherin dieser Dynastie. Anders als ihre Vorgänger auf dem Thron beherrschte sie aber auch Ägyptisch. Laut antiken Berichten beherrschte sie noch etliche weitere Sprachen.
Warum uns das so überrascht
Das Problem ist unser Gefühl für Zeit. Alles, was mehr als ein paar hundert Jahre zurückliegt, fühlt sich gleich „alt“ an. Doch die altägyptische Geschichte erstreckt sich über Jahrtausende, länger als die gesamte Zeitspanne von Kleopatra bis heute.
Die Cheops-Pyramide war ursprünglich rund 146 Meter hoch und blieb jahrtausendelang das höchste Bauwerk der Welt.
Die Pyramide war für Kleopatra das, was für uns heute antike Ruinen sind: ein Denkmal aus einer fernen Vergangenheit. Nur eben noch ein gutes Stück älter.