Wie findest du diesen Fakt?
Die meisten Menschen spielen Golf auf grünem Rasen. Alan Shepard wählte grauen Mondstaub. Im Februar 1971 schlug der Astronaut bei der Mission Apollo 14 zwei Golfbälle auf dem Mond. Golf ist damit eine der ganz wenigen Sportarten, die je auf einem anderen Himmelskörper betrieben wurden.
Ein Schläger im Raumanzug
Shepard war nicht irgendwer. Er war der erste US-Amerikaner im Weltraum und bei Apollo 14 der Kommandant. Und er war Golffan.
Einen normalen Golfschläger konnte er natürlich nicht einfach mitnehmen. Also bastelte er sich einen: Er nahm den Kopf eines Eisens 6 der Marke Wilson und befestigte ihn am Griff eines Werkzeugs, das eigentlich zum Einsammeln von Mondgestein gedacht war. Laut dem National Air and Space Museum passte der Schlägerkopf so in eine Tasche seines Raumanzugs.
„Meilen und Meilen“
Auf dem Mond war Shepard ziemlich zufrieden mit sich. Über seinen zweiten Schlag sagte er sinngemäß, der Ball fliege „Meilen und Meilen und Meilen“. Er selbst schätzte die Weite auf rund 200 Yards.
Die Wahrheit kam erst Jahrzehnte später ans Licht. Der Bildspezialist Andy Saunders wertete alte Fotos und Videoaufnahmen der Mission aus und verglich sie mit Satellitenbildern der NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter. Ergebnis laut dem Magazin Astronomy: Der zweite Ball flog etwa 40 Yards, also rund 37 Meter.
Fairerweise muss man sagen: In einem steifen Raumanzug und mit einem Werkzeuggriff als Schaft ist jeder Schlag eine kleine Meisterleistung.
Den echten Schlägerkopf schenkte Shepard nach der Rückkehr dem Museum des US-Golfverbands USGA in New Jersey. Eine Replik übergab er 1975 dem Smithsonian.
Golf ohne Luftwiderstand
Theoretisch ist der Mond ein Paradies für weite Schläge: Es gibt keine Luft, die bremst, und die Schwerkraft beträgt nur ein Sechstel der irdischen. Nur bringt das alles wenig, wenn man sich im Raumanzug kaum drehen kann.
Die beiden Bälle liegen bis heute dort oben. Das ist wohl der abgelegenste Golfplatz, den es gibt, und niemand hat dort je eingelocht.