Wie findest du diesen Fakt?
Auf der Waage fällt dein Gehirn kaum ins Gewicht. Auf der Energierechnung dagegen ist es der größte Posten in deinem ganzen Körper.
Klein, aber hungrig
Laut der Harvard Brain Science Initiative macht das Gehirn nur 2 Prozent deines Körpergewichts aus, verbraucht aber etwa 20 Prozent deiner täglichen Energie. Die Hochschule EPFL in Lausanne nennt dasselbe Verhältnis: Rund ein Fünftel der Energie, die dein Körper verbrennt, hält das Gehirn am Laufen. Scientific American schreibt, dass es damit mehr Energie verbraucht als jedes andere Organ.
Und das gilt schon im Ruhezustand. Du musst dafür keine Matheaufgabe lösen. Selbst wenn du nur an die Decke starrst, zieht dein Kopf seinen Anteil.
Ungefähr eine schwache Glühbirne
Wie viel Leistung ist das? Das Physics Factbook, eine Sammlung von Physik-Abschätzungen, rechnet es vor: Ein durchschnittlicher Erwachsener verbraucht etwa 100 Watt, 20 Prozent davon sind ungefähr 20 Watt. Alles, was du gerade denkst, siehst und dir merkst, läuft also mit der Leistung einer ziemlich funzeligen Lampe.
Wohin die Energie fließt
Scientific American beschreibt eine Studie, an der unter anderem der Radiologe Wei Chen von der University of Minnesota Medical School beteiligt war. Das Team verfolgte mit einem Scanverfahren namens Magnetresonanzspektroskopie das wichtigste Energiemolekül der Zellen, ATP. Das Ergebnis: Etwa zwei Drittel der Energie des Gehirns gehen dafür drauf, dass Nervenzellen feuern und Signale verschicken. Das restliche Drittel fließt in das, was der Artikel „Haushalt“ nennt, also in die Pflege der Zellen.
Der Großteil des Budgets geht demnach für das ständige Geplapper zwischen deinen Nervenzellen drauf.
Bonusfakt: In derselben Studie produzierten tief narkotisierte Ratten 50 Prozent weniger ATP-Moleküle als leicht narkotisierte.
Zwei Prozent der Masse, ein Fünftel des Treibstoffs: Dein anspruchsvollster Mitbewohner wohnt zwischen deinen Ohren.