Wie findest du diesen Fakt?
Pistazien gibt es mit Schale, Erdnüsse auch, Walnüsse sowieso. Aber hast du jemals eine Cashew in ihrer Schale im Laden gesehen? Wahrscheinlich nicht. Und das hat einen ziemlich guten Grund: Die Schale der Cashew enthält ein ätzendes Öl.
Ein Öl, das Blasen macht
Laut dem Ernährungsmuseum Alimentarium in der Schweiz hat die Cashew zwei Schalen. Dazwischen sitzt eine giftige, stark ätzende ölige Flüssigkeit, die auf der Haut Blasen verursachen kann, wenn man sie direkt anfasst. Deshalb werden Cashews nach der Ernte erst geröstet, damit das Öl austritt. Danach knackt man die Schale vorsichtig auf, meist sogar heute noch von Hand, und zieht zum Schluss das dünne Häutchen um den Kern ab.
Laut Scientific American enthält die Schale Urushiol, denselben Stoff, der beim Gift-Efeu für juckenden Ausschlag sorgt. Die Cashew gehört nämlich zur Familie der Sumachgewächse, zusammen mit Mango, Gift-Efeu und, ja, auch Pistazien. Beim Rösten mit hohen Temperaturen wird das Problem-Öl zerstört, bevor du die Nuss in die Hand bekommst.
Die Nuss, die außen hängt
Die zweite Überraschung steckt am Baum. Die Cashew wächst nicht in einer Frucht, sondern hängt unten an einer Frucht dran. Dieser birnenförmige „Cashewapfel“ ist eine Scheinfrucht, und an jedem hängt genau eine einzige Nuss. Laut Alimentarium wird der Cashewapfel roh gegessen, gekocht, zu Saft und Sirup verarbeitet oder zu Wein vergoren.
Ursprünglich stammt der Cashewbaum aus Brasilien. Portugiesische Händler brachten ihn im 16. Jahrhundert nach Afrika und Indien.
Auch Mangos gehören zur Cashew-Familie und tragen laut Scientific American Urushiol in ihrer Schale.
Viel Arbeit für einen Snack
Falls dir Cashews teuer vorkommen: Hinter jeder einzelnen steckt Rösten, Knacken und Schälen, oft per Hand. Selbst das abgetrennte Öl wird noch genutzt, laut Alimentarium etwa für Lacke, Harze und Tinten.
Die harmloseste Nuss im Studentenfutter hat also eine ziemlich wehrhafte Vergangenheit.