Und ja, das stimmt wirklich.

Gehirn & Psyche
WTF?!
Gehirn & Psyche Fakt #137

Der Mozart-Effekt war ein Mythos, trotzdem verteilte Georgia Klassik-CDs an Neugeborene

Eine Studie von 1993 fand bei Studierenden nach Mozart einen kurzen Vorteil bei räumlichen Aufgaben, trotzdem ließ Georgia 1998 Klassik-CDs an Neugeborene verteilen, und spätere Analysen fanden keinen echten Effekt.

10. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit · 3 Quellen

Erst raten, dann lesen

Welche Zahl gehört in die Lücke?

Eine Studie von ___ fand bei Studierenden nach Mozart einen kurzen Vorteil bei räumlichen Aufgaben, trotzdem ließ Georgia 1998 Klassik-CDs an Neugeborene verteilen, und spätere Analysen fanden keinen echten Effekt.

Dein Urteil

Wie findest du diesen Fakt?

Spiel deinem Baby Mozart vor, dann wird es klüger. In den 1990ern war diese Idee überall. Angefangen hat alles mit einer Studie von nur einer Seite.

Zehn Minuten Mozart

1993 veröffentlichte die Psychologin Frances Rauscher mit Kollegen von der University of California, Irvine, eine kurze Studie in Nature. Laut Scientific American hörten 36 Studierende 10 Minuten lang eine Mozart-Sonate in D-Dur, eine Entspannungsaufnahme oder Stille und lösten danach Aufgaben zum räumlichen Denken. Bei einer Papierfalt-Aufgabe soll die Mozart-Gruppe etwa 8 bis 9 Punkte im räumlichen IQ zugelegt haben.

Achte darauf, was die Studie nicht gesagt hat. Getestet wurden Studierende, keine Babys. Gemessen wurde eine Art von räumlicher Aufgabe, nicht die allgemeine Intelligenz. Und laut NPR und dem Office for Science and Society der McGill University hielt der Effekt nur etwa 10 bis 15 Minuten.

Vom Labor ins Gesetz

Den Hype hat das nicht gebremst. 1998 ließ Georgias Gouverneur Zell Miller laut NPR kostenlose Klassik-CDs an alle Babys verteilen, die in Georgia geboren wurden. Tennessee machte es nach. Florida verpflichtete Kitas laut Scientific American, Sinfonien abzuspielen. McGill weist außerdem darauf hin, dass Miller die „Ode an die Freude“ Mozart zuschrieb. Sie ist von Beethoven.

Dann holte die Wissenschaft auf. 1999 wertete Christopher Chabris 16 Studien aus und fand nur einen Effekt von etwa 1,5 IQ-Punkten, beschränkt auf die Papierfalt-Aufgabe, so klein, dass er auch normale Schwankung zwischen zwei Testterminen sein könnte. Eine Metaanalyse von 2010, laut McGill die größte zum Thema, fand insgesamt keinen Effekt. Selbst Rauscher nennt das Ganze laut Scientific American inzwischen „wirklich einen Mythos“.

Bonusfakt: Eine Studie von 2004 ergab, dass Rauschers Mozart-Artikel in den 50 größten US-Zeitungen 8,3-mal so oft zitiert wurde wie der zweitbeliebteste Fachartikel, an dem Carl Sagan mitgeschrieben hatte.

An der Musik lag es nie. Sie kam nur nie mit einem IQ-Upgrade.

Die Beweise

  1. 1Scientific American: Fact or Fiction?: Babies Exposed to Classical Music End Up Smarter
  2. 2McGill Office for Science and Society: Mozart’s Music Doesn’t Make Baby Geniuses
  3. 3NPR: Mozart Effect, Schmozart Effect: Science Misinterpreted

Wie WTF ist das?

Zieh den Regler und sag uns, wie sehr dich der Fakt umhaut.

5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine