Wie findest du diesen Fakt?
Was macht man mit einer Mondfähre, die man nicht mehr braucht? Die NASA hatte 1969 eine klare Antwort: draufwerfen. Auf den Mond. Mit voller Absicht.
Ein Crash als Experiment
Bei der Mission Apollo 12 stellten die Astronauten ein Seismometer auf den Mond, ein Gerät, das Erschütterungen misst. Um es zu eichen, brauchte man einen Stoß, dessen Stärke und Ort man genau kannte.
Also schickte die Bodenkontrolle der Aufstiegsstufe der Mondfähre Intrepid, nachdem die Crew wieder ins Mutterschiff umgestiegen war, einen Befehl: Die Triebwerke feuerten laut NASA 83 Sekunden lang, die Fähre verließ ihre Umlaufbahn und schlug etwa 40 Meilen, also rund 64 Kilometer, vom Seismometer entfernt auf. Laut Popular Science hatte der Einschlag ungefähr die Wucht von einer Tonne TNT.
Der Mond hört nicht auf zu zittern
Dann kam die Überraschung. Laut NASA zeichnete das Seismometer nach dem Einschlag fast eine Stunde lang Signale auf. Popular Science beschreibt, dass die Welle innerhalb von acht Minuten ihren Höhepunkt erreichte und erst nach etwa einer Stunde ganz abklang. Es war, so das Magazin, fast so, als würde der Mond wie eine Glocke läuten.
Auf der Erde wäre so ein Beben viel schneller vorbei. Der Grund ist Wasser: Feuchtigkeit im Gestein schluckt bei uns einen großen Teil der Energie. Der Mond dagegen ist knochentrocken und starr. Ohne Wasser, das bremst, laufen die Schwingungen immer wieder durch das Gestein hin und her, bis sie sich endlich totlaufen.
Bonusfakt: Bei Apollo 13 ließ die NASA eine ausgebrannte Raketenstufe einschlagen. Deren Erschütterungen waren laut Popular Science etwa 30-mal stärker und viermal länger als beim Crash von Apollo 12.
Ein Mond, angeschlagen wie eine Glocke, und die Wissenschaft hat mitgeschrieben.