Wie findest du diesen Fakt?
Du hast ihn fast sicher schon gehört, wahrscheinlich in vielen verschiedenen Songs, ohne seinen Namen zu kennen. Er heißt Amen Break und ist nur etwa sechs Sekunden lang.
Die B-Seite, mit der keiner gerechnet hat
1969 veröffentlichte die Funk- und Soulband The Winstons das Stück „Amen Brother“ als B-Seite. Mittendrin steckt ein kurzes Schlagzeugsolo von Drummer Gregory C. Coleman. Damals hielt das wohl niemand für einen besonders großen Moment.
Dann fingen Hip-Hop-Produzenten an, Drum-Breaks aus alten Platten in Schleife zu legen. Laut Cambridge Audio war der Amen Break schon Anfang der 1980er auf Hip-Hop-Platten verbreitet. Später nutzten ihn unter anderem Oasis, The Prodigy, David Bowie und N.W.A, zählt das Musikmagazin NME auf. Die Sample-Datenbank WhoSampled schätzt laut NME fast 1.900 Verwendungen, Cambridge Audio spricht von tausenden. Mixmag nennt ihn eines der meistgesampelten Musikstücke der Geschichte.
Bezahlt nach 46 Jahren
Der unangenehme Teil: Die Band verdiente an all dem Sampling offenbar nichts. Laut Cambridge Audio bekamen The Winstons lange Zeit keine Tantiemen dafür, und Mixmag schreibt, dass Coleman nie welche erhielt. Richard L. Spencer, Frontmann der Band, hatte das Stück arrangiert und hält das Urheberrecht.
Die britischen DJs Martyn Webster und Steve Theobald starteten deshalb eine Spendenaktion, um etwas zurückzugeben. Sie brachte rund 24.000 Pfund ein, und Spencer bekam den Scheck, 46 Jahre nach Erscheinen des Songs.
Bonusfakt: Laut NME lag das ursprüngliche Spendenziel bei gerade mal 1.000 Pfund.
Sechs Sekunden Schlagzeug haben die Musik geprägt, und am Ende mussten die Fans für die Band den Hut herumgehen lassen.