Wie findest du diesen Fakt?
Wer auf Yap im westlichen Pazifik spazieren geht, kommt an großen runden Steinscheiben mit einem Loch in der Mitte vorbei. Das ist keine Deko. Das ist Geld.
Geld zum Rollen
Die Steinscheiben heißen Rai. Die kleinsten sind nur ein paar Zentimeter breit. Die größten haben laut dem Houston Museum of Natural Science einen Durchmesser von rund 3,6 Metern, sind fast einen halben Meter dick und wiegen rund 4 Tonnen.
Der Kalkstein dafür stammt nicht einmal von Yap. Er wurde auf Palau abgebaut, das etwa 450 Kilometer entfernt liegt, und dann mit Flößen übers Meer gebracht. Der Wert eines Steins hängt deshalb nicht nur von seiner Größe ab, sondern auch davon, wie schwer er zu beschaffen war und welche Geschichte er hat.
Bezahlen ohne Bewegung
Das Erstaunlichste ist, wie das Bezahlen funktioniert. Bekommt jemand einen großen Stein als Zahlung, wird der nicht durchs Dorf gerollt. Er bleibt, wo er ist. Nur die Eigentümerschaft wechselt, und die Leute wissen einfach, wem welcher Stein gehört.
Das Geld funktioniert also wie ein gemeinsames Gedächtnis. Im Grunde ist das gar nicht so anders als modernes Geld, das oft nur als Eintrag auf einem Konto existiert.
Bonusfakt: Taifune haben einige Flöße mit Steinen versenkt. Taucher haben viele dieser Scheiben auf dem Meeresgrund rund um die Inseln gefunden.
In den 1930er-Jahren zählten Japaner über 13.000 Steinscheiben. Durch Taifune, Fluten und den Zweiten Weltkrieg, in dem Steine als Anker und Baumaterial dienten, ist es heute nur noch etwa die Hälfte. Im Alltag zahlt man auf Yap inzwischen mit US-Dollar. Für große Anlässe wie Mitgift oder Landkäufe kommt das Steingeld aber noch zum Einsatz.
Ein Vermögen, das niemand stehlen kann, weil man es nicht wegtragen kann. Auch ein Sicherheitskonzept.