Wie findest du diesen Fakt?
Ein Binnenland hat keine Küste. Das ist nichts Besonderes, davon gibt es auf der Welt eine ganze Menge, etwa die Schweiz oder Österreich. Ein doppeltes Binnenland ist dagegen eine echte Seltenheit. Es gibt genau 2.
Was „doppelt“ bedeutet
Ein Land ist doppelt vom Meer abgeschnitten, wenn es selbst keine Küste hat und alle seine Nachbarn auch keine. Wer von dort ans offene Meer will, muss also mindestens zwei Landesgrenzen überqueren.
Die beiden Länder, auf die das zutrifft, könnten unterschiedlicher kaum sein: Liechtenstein und Usbekistan.
Ein Zwerg und ein Riese
Liechtenstein ist ein kleines Fürstentum in den Alpen. Es grenzt nur an die Schweiz und an Österreich, und beide haben keine Küste. Wer aus Liechtenstein ans Mittelmeer oder an die Nordsee will, braucht also mindestens zwei Grenzübertritte. Laut Sketchplanations führt der Weg immer erst durch eines der beiden Nachbarländer und dann noch durch ein drittes Land, bevor endlich eine Küste kommt.
Usbekistan in Zentralasien ist viel größer. Es grenzt an Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Turkmenistan, und keiner dieser Nachbarn hat Zugang zum offenen Meer. Turkmenistan liegt zwar am Kaspischen Meer, aber das ist trotz seines Namens nicht mit den Ozeanen verbunden.
Laut WorldAtlas ist Usbekistan erst seit 1991 in dieser Lage. Damals wurde es von der Sowjetunion unabhängig, und mit ihr ging der Zugang zum Meer über andere Sowjetrepubliken verloren.
Bonusfakt: Auch bei den US-Bundesstaaten gibt es das Phänomen. Laut Sketchplanations sind zehn Bundesstaaten doppelt vom Meer abgeschnitten, und Nebraska ist sogar dreifach abgeschnitten.
Wer in Liechtenstein Urlaub am Meer machen will, muss also ein bisschen weiter fahren als alle anderen. Dafür gibt es Berge satt.