Wie findest du diesen Fakt?
Manche Menschen lassen sich mit ihrem Lieblingsbuch beisetzen, andere mit einem Familienfoto. Fredric Baur wählte etwas Knusprigeres. Ein Teil seiner Asche liegt in einer Pringles-Dose. Der Grund: Er hat sie erfunden.
Ein Chemiker mit Stapelidee
Baur hatte in organischer Chemie promoviert und arbeitete für den Konsumgüterkonzern Procter & Gamble. Dort tüftelte er nicht nur an Chips, sondern auch an Frittierölen und gefriergetrocknetem Eis. Seine bekannteste Arbeit ist aber die Röhre für Pringles.
Die Idee dahinter ist ziemlich clever. Pringles haben eine gebogene Sattelform, mathematisch ein hyperbolisches Paraboloid. Dadurch lassen sich die Chips sauber übereinanderstapeln und passen in eine schmale, wiederverschließbare Dose. Statt halb leerer Tüten voller Krümel bekommst du ordentliche Stapel. 1966 meldete Baur das Patent für die Dose und die Stapelverpackung an, 1971 wurde es erteilt. Auf den Markt kamen Pringles schon 1968.
Der letzte Wunsch
Baur starb im Mai 2008 mit 89 Jahren in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Er hatte sich gewünscht, in seiner Erfindung beigesetzt zu werden. Seine Kinder erfüllten ihm das: Sie füllten einen Teil seiner Asche in eine Pringles-Dose der Sorte Original und setzten sie in seinem Grab bei. Der Rest der Asche kam in eine Urne direkt daneben, ein kleiner Teil ging an ein Enkelkind.
Morbide muss man das nicht finden. Eher wirkt es wie ein augenzwinkernder Abschied von einem Mann, der zu Recht stolz auf seine Röhre war. Welcher Erfinder kann schon sagen, dass er in seinem eigenen Produkt ruht?
Pringles gehörten jahrzehntelang zu Procter & Gamble. 2012 ging die Marke an Kellogg’s, inzwischen gehört sie zum Konzern Mars.
Seine Röhre steht heute in Supermärkten auf der ganzen Welt. Mindestens eine davon hat einen ganz besonderen Inhalt.